Einreise in den Oman - keine Passkontrolle, kein Stempel, kein Visum

In Al Lain, der Grenzstadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten, brechen wir morgens nach dem Frühstück zum Grenzübergang auf. Leider  jedoch zum falschen, weswegen man uns dort abweist und an den etwa sechs Kilometer weiter nördlich gelegenen "Hilli-Übergang" schickt. Dort angekommen müssen wir zu unserer Überraschung zunächst 34 Dirham Ausreisegebühr zahlen, wogegen das Visum on arrival kostenfrei ausgestellt worden war.

Halbherzig, beziehungsweise eher symbolisch, kontrolliert ein Beamter der Vereinigten Arabischen Emirate unsere Fahrradtaschen. Anschließend werden wir durch ein Tor und einen Weg entlang geschickt. Dort stehen zwei junge Grenzbeamte mit Maschinengewehren und lächeln uns freundlich entgegen. Hinter ihnen befinden sich lediglich einige Läden und ein Weg in die Stadt.


"Wir möchten in den Oman", informieren wir die Polizisten fragend. "Das ist hier der Oman. Herzlich willkommen!" antworten sie uns. "Aber wo bekommen wir die Visa?", möchten wir anschließend wissen. "Es gibt hier keine Visa, aber ihr könnt zur nächsten Polizeistation gehen, etwa 200 Kilometer geradeaus. Dort hilft man euch sicherlich weiter", bekommen wir zu unserem Erstaunen zur Antwort.

Sichtlich verwirrt stehen wir jetzt also im Oman. Ohne Passkontrolle, ohne Einreisestempel und ohne Visa fahren wir ziemlich verunsichert in die Stadt Al Buraimi hinein. Die Polizeistation ist nicht 200 Kilometer, sondern nur etwa 200 Meter von der Grenze entfernt. Dort angekommen sagt man uns, wir müssten zum Wadi Jizzi fahren, um unsere Visa zu beantragen, etwa 40 Kilometer östlich der Stadt.

Wir gehen jetzt von dem gleichen Missverständnis aus wie zuvor und rechnen mit 40 Metern, aber nachdem wir uns bei mehreren Passanten nach diesem Wadi erkundigt haben, scheint die eigentliche Grenzkontrolle tatsächlich weit über 40 Kilometer entfernt im Landesinneren zu liegen.

unterwegs im Oman

Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als den Weg auf uns zu nehmen und darauf zu hoffen die richtigen Informationen erhalten zu haben, auch wenn er an unserer eigentlichen Route vorbei führt. So setzen wir uns auf die Räder und fahren ohne Visa, Einreisestempel oder ähnliches aus der Stadt heraus. Dabei überkommt mich permanent das beklemmende Gefühl, mich nun womöglich illegal im Land aufzuhalten. Ein unangenehmes Gefühl, insbesondere da auffällig viel Polzei unterwegs ist und am Wegesrand mehrere Personenkontrollen durchgeführt werden. In den Vereinigten Arabischen Emiraten hatten wir dagegen keinerlei Polizeipräsenz wahrgenommen.

Am späten Nachmittag kommen wir  tatsächlich am "Police Border Post Wadi Jizzi" an, einem Grenzübergang mitten im Landesinneren, wo wir unsere für 30 Tage gültigen Visa erhalten.

Police Border Post Wadi Jizzi

Um wieder in die Richtung zurück fahren zu können aus der wir gekommen sind, bekommen wir einen Stempel mit Unterschrift auf einen kleinen Notizzettel gedrückt, den wir an der Schranke wieder abgeben müssen.

Verstanden habe ich dieses Einreiseprinzip noch immer nicht.

Siehe auch Michas Blogbeitrag zu dieser Etappe: Eine chaotische Ankunft im beeindruckenden Oman

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