Über den Al Qudra Radweg raus aus Dubai und durch die Vereinigten Arabischen Emirate


Im Osten von Dubai beginnt der Al Qudra Radweg, eine Radschnellstraße die aus der Stadt hinaus und mitten durch die Wüste führt. Am Startpunkt befinden sich außerordentlich saubere und moderne öffentliche Umkleidekabinen und Duschen. Kein einziger Radfahrer begegnet uns auf den etwa 40 Kilometern. Statt dessen aber Dromedare und eine Kehrmaschine, die den Weg vom Sand befreit.


Startpunkt des Al Qudra Radwegs

Waschräume und Umkleidekabinen für Radfahrer

Kunst am Radweg



Es ist der windigste Tag seit ich Anfang Juli in Deutschland gestartet bin. Der Sand fegt über den Weg und macht die Böen in psychedelischen Mustern auf dem Boden sichtbar.

kleiner Sandsturm
Abends wird es friedlicher und das Klima endlich etwas angenehmer. Weil es unter dem Zeltnetz aber immer noch zu stickig wäre und nachts riesige Käfer aktiv werden, schlafen wir auf Bänken unter einem Unterstand am Rande des Radwegs.

Schlafplatz am Rande des Radwegs in der Wüste

Hier in den Vereinigten Arabischen Emiraten hupt uns niemand mehr an, keiner blinkt uns entgegen und kaum jemand winkt. Wir weden auch nicht mehr mit Fragen gelöchert oder ständig fotografiert. Nach unserer Etappe durch den Iran haben wir endlich wieder unsere Privatsphäre zurück. Menschen die uns ansprechen sind tatsächlich am Radfahren und nicht ausschließlich wegen unseres exotisches Aussehens interessiert, sodass wir auch mal ein ernsthaftes Fach- oder Beratungsgespräch führen können.

Im Iran haben wir uns angewöhnt Einladungen konsequent abzulehnen, weil wir sonst gar nicht mehr voran gekommen wären. Ein bisschen ärgern wir uns jetzt allerdings, weil wir gerade ebenso reflexartig die Einladung eines Dromedarfarmers zum Tee abgelehnt haben, der sich anschließend in sein Auto setzt und wie ein kleiner Junge im Autoscooter zwischen seinen Kamelen hindurch und auf die Sanddünen hinauf rast, bis er auf der höchsten Düne stecken bleibt und sich erst einmal frei graben muss.


Den Rest des Tages fahren wir über eine große dreispurige Schnellstraße, die bis zur Grenzstadt Al Ain durch eine weite Sanddünenlandschaft führt, die sich auf allen Seiten bis zum Horizont erstrecken.



In den Emiraten ist es offenbar üblich, das klimatisierte Auto auch nicht für den Einkauf zu verlassen. Während Besorgungen in den Städten per Lieferservice erledigt werden, fährt man in den ländlicheren Regionen mit dem klimatisierten Wagen vor den Laden oder Imbiss und hupt. Daraufhin kommt der Verkäufer heraus und nimmt eine Bestellung entgegen, geht anschließend wieder hinein um die Ware zu holen, kommt damit wieder heraus, übergibt sie dem Fahrer, nimmt das Geld entgegen, läuft erneut nach drinnen, um das Wechselgeld zu holen und bringt dieses ebenfalls nach draußen. Bei einem breiteren Sortiment, kann es vorkommen, dass der Verkäufer  mehrmals laufen muss, bis der Fahrer mit der Auswahl auch wirklich zufrieden ist. Selbstverständlich läuft unterdessen nicht nur der Verkäufer, sondern aus Solidarität auch der Motor weiter.

Jetzt schauen wir uns noch die historische Grenzstadt Al Ain an, bevor wir morgen in den Oman einreisen werden. Die Stadt im Emirat Abu Dhabi befindet sich mitten in der Wüste und ist dennoch äußerst grün und intensiv bewässert. Im Zentrum befindet sich eine große Oase. Beinahe jede Kreuzung in der Stadt ist ein Kreisverkehr. Beim Einfahren warten alle Autofahrer geduldig bis der Weg frei ist, beim Rausfahren würden uns die meisten am liebsten wegpusten.

Scharren mit den Hufen

Die Al Ain Oase

das Al Ain Palace Museum

im Al Ain Palace Museum

Siehe auch Michas Blogbeitrag zu dieser Etappe: Ein anderes Bild der Emirate - von Dubai bis zur Oasenstadt Al Ain

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