Radtour durch den Harz

Das lange Pfingstwochenende habe ich genutzt um den Harz mit dem Fahrrad zu erkunden. Nach meiner kurzen aber intensiven Rennradtour vom vorherigen Wochenende zur Ostsee, ging es diesmal für vier Tage mit Zelt und Reiserad auf Fahrt. Gestartet sind wir in Halberstadt.

Unsere Route richtete sich im Großen und Ganzen nach einer persönlichen Liste zu besichtigender Orte (Halberstadt, Quedlinburg, Blankenburg, Wernigerode, dem Brocken, Sankt Andreasburg und Harzgerode). Ursprünglich standen außerdem noch Goslar und Stolberg darauf, die wir jedoch aus Zeitgründen streichen mussten. In Eschersleben endete unsere knapp viertägige Tour.

der Oderteich
Im Norden des Harz führte ein Teil der Strecke mehr oder weniger zufällig über den Europaradweg R1, den Rest planten wir sporadisch unterwegs und nutzten dabei insbesondere befestigte, aber nicht asphaltierte Waldwege. Der schönste Abschnitt führte durch den Nationalpark Harz.

Leider gibt es nicht allzu viele Radwege im Harz, da die Region vor allem Wandernde anzieht, aber deswegen meiner Meinung nach nicht minder für Fahrradausflüge geeignet ist, sofern man etwas flexibel ist, was die Routenplanung und Straßenbeschaffenheit angeht. Die Karten von OpenAndroMaps und das Theme „Elevate“ erweisen auch hier sehr gute Dienste, wenn man sich ein wenig mit den Details der Wegdarstellungen beschäftigt.



Insbesondere die Fahrt auf den 1140 Meter hohen Brocken erwies sich als anstrengender als ich es vermutet hatte. Wir nahmen den nördlichen Weg hinauf, der ab etwa der Hälfte der Strecke so steil wird, dass sich die Räder nur noch mit großer Mühe schieben lassen. Die alten, mit Löchern gegossenen Panzerplatten, die auf den letzten einigen hundert Metern verlegt wurden, erschweren die Auf- bzw. Abfahrt zusätzlich. Ganz einfach scheint die Auffahrt dagegen mit Elektrofahrrädern zu sein, die im Harz fasst ausschließlich unterwegs sind. Wer sich den mühsamen Aufstieg sparen möchte, kann übrigens für 28 Euro (von jeder Station und inklusive Fahrrad) mit der historischen Schmalspurbahn hinauffahren.

Auf den Landstraßen stören ein wenig die unzähligen Motorräder, die zu dieser Jahreszeit in unzähligen großen und kleinen Gruppen durch das Mittelgebirge fahren und mit ohrenbetäubendem Lärm an einem vorbei rauschen.

Das Zelten erwies sich übrigens als ausgesprochen einfach, da viele sichtgeschützte und schöne Plätze zu finden sind und abseits der ausgetretenen Pfade nur wenige Menschen unterwegs sind.

Was die Stimmung etwas trüben kann, sind die im Osten leider häufig anzutreffenden Neonazis, die mit ihrem primitiven Habitus teilweise ganze Ortschaften dominieren. Weniger störend waren hingegen die unzähligen Zecken, die wir uns unterwegs eingefangen hatten.

Fachwerkhäuser in Halberstadt
Quedlinburg
Quedlinburg
Wernigerode
Zwischenstopp auf dem Aufstieg auf den Brocken
die letzten Meter auf den Gipfel
Blick vom Brocken
abends am Zeltplatz im Wald
und am morgen bei Sonnenaufgang
durch die harzer Hügellandschaft
Nationalpark Harz
Kuhweide bei Hasselfelde
der Teufelsteich

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