Überlandfahrt durch Litauen

Einreise nach Litauen
Litauen ist das dritte baltische Land das wir durchfahren. Beim Grenzübertritt weisen mehrere Schilder auf die hier geltenden Verkehrsregeln hin. Innerhalb der geschlossenen Ortschaft gelten 50, außerhalb 80 km/h. Auf der Autobahn sind vorbildliche 100 km/h Höchstgeschwindigkeit einzuhalten. Autos müssen bei jeder Tages- und Nachtzeit mit Licht fahren.


Obwohl ein Großteil der Fläche landwirtschaftlich genutzt wird, gefällt mir die Landschaft noch besser als in Estland und Lettland. Im Norden durchfahren wir das flache Land, das im Süden immer hügeliger wird. Die Route führt uns vorbei an vielen saftig grünen Wiesen. Überall sieht man viel Klapperstörche, sowohl auf den Feldern als auch in den kleinen Ortschaften.

Allerdings scheint Litauen auch das ärmste und am wenigsten entwickelte Land des Baltikum zu sein. Die landwirtschaftlich genutzten Geräte sind alt, teils werden sogar noch Pferdefuhrwerke eingesetzt.

typische bunte Holzhäuser

Unsere Route führt uns über mehrere nicht asphaltierte Landstraßen. Die Ortschaften auf dem Land sind wirklich klein und geprägt von den typischen alten Holzhäusern, die teilweise in bunten Farben gestrichen und teilweise extrem verwittert und verzogen sind. Vieles steht leer.

Obst- u. Gemüsesortiment
Einkaufsmöglichkeiten gibt es meist in unscheinbaren, mittelgroßen Tante-Emma-Läden. Zwischen den Ortschaften sind  vereinzelte Aussiedlerhöfe zu sehen. Je nach Wettersituation wirkt das alles sehr verschlafen romantisch oder gruselig und gespenstisch.

Campen im Naturpark erlaubt
An einem Abend entdecken wir inmitten eines Naturparks einen Rasen am Fluss mit Unterständen und Sitzgelegenheiten. Das Zelten und sogar Lagerfeuer sind hier explizit erlaubt. Selten hat man als Wildcamper so viel Glück.


Auffällig in Litauen ist, im Gegensatz zu den anderen baltischen Staaten, das verbreitete Christentum. Überall prägen entsprechende Friedhöfe, Holzkirchen und vor allem Wegkreuze die einsame Landschaft. Auch das trägt irgendwie zu der etwas gespenstischen Athmosphäre bei.

Friedhöfe, Kirchen und Wegekreuze prägen die Landschaft.

Tatsächlich ist das Wetter sehr wechselhaft. Während wir morgens von der Sonne geweckt werden, zieht der Himmel vormittags zu. Den Rest des Tages sind wir damit beschäftigt den Regen zu umfahren. Mal stellen wir uns irgendwo unter und kochen in einer Ortschaft an einer Bushaltestelle zu Mittag, mal treten wir feste gegen die nächste aufziehende Regenfront in die Pedale und einmal haben wir keine andere Möglichkeit, als durch einen Starkregen hindurch zu fahren.

Bushaltestelle an der Landstraße
An nahezu allen Landstraßen befindet sich alle paar Kilometer eine Bushaltestelle, obgleich ein Bus hier nur sehr selten fährt. Leider sind alle Bushaltestellen außerhalb von Ortschaften ohne Überdachung. Unterstände gibt es somit keine. Lediglich die Bäume im Wald bieten bei Regen einen gewissen Schutz.

Als nächstes nehmen wir uns zwei Tage Zeit um die Hauptstadt Vilnius zu erkunden, deren Altstadt als Weltkulturerbe ausgewiesen ist und zu den größten Altstädten Osteuropas gehört. Ein Flug mit dem Heißluftballon über die Altstadt darf dabei nicht fehlen.

Ballonfahrt über der Altstadt

Der Unterschied zwischen dem Leben auf dem Land und dem Leben in der modernen Großstadt ist in Litauen immens. Dazwischen scheint ein Entwicklungsunterschied von einem halben Jahrhundert zu liegen.

Nach zwei Übernachtungen in Vilnius machen wir uns auf Richtung Weißrussland. Bis zur Grenze sind es nur noch etwa 30 Kilometer.

Vilnius

Kommentare

  1. Toller Bericht und super Fotos! Da freue ich mich noch mehr auf die nunmehr 13.te Reise nach Litauen. Allerdings bin ich etwas verwundert über die genannten Geschwindigkeitsbegrenzungen... da bisher außerorts 90 km/h und auf Autobahnen im Winter 110 km/h bzw. im Sommer 130 km/h gefahren werden durfte...!?
    Viele Grüße und weiterhin eine gute Reise,
    Markus ( www.litauen-urlauber.de )

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