Tipps und Hinweise für Radreisen durch Laos

Die wilde Mekong-Landschaft und wunderschöne Karstgebirge machen eine Radreise durch das südostasiatische Land Laos zu einem echten Abenteuer. In diesem Artikel findet ihr Tipps und Hinweise, die für eine solche Unternehmung hilfreich sein können.

Ich habe Laos von Kambodscha kommend bereist. Die Route führte entlang des Mekong-Ufers in den Norden und dort Richtung Osten nach Vietnam. Ein ausführlicher Bericht meiner Südostasien-Radreise ist hier zu finden.

Klima und Reisezeit

unterwegs im laotischen Gebirge
Laos liegt im Monsungebiet. Von Mai bis Oktober ist Regenzeit und bei etwa 30 bis 33 Grad Celsius ist es recht schwül. Unbefestigte Straßen sind in dieser Zeit womöglich schlammig und schlecht mit dem Fahrrad befahrbar. Während der Trockenzeit von November bis April betragen die Temperaturen zwischen 24 und 40 Grad. Hier können die unbefestigten Straßen recht staubig sein.

Unterschiedliche Höhenlagen führen zudem zu regionalen Temperaturunterschieden.

Einreisebestimmungen

Bei der Einreise über Land sollte man sich vorher über die aktuellen Einreisebestimmungen an den jeweiligen Grenzübergängen informieren (beispielsweise beim Auswärtigen Amt), da es vorkommen kann, dass zeitweise an einigen Übergängen keine Visa on Arrival ausgestellt oder keine Fahrräder eingeführt werden dürfen.

Bei der Einreise kann man mit Abzocke durch korruptes Grenzpersonal rechnen. So wird die Abfertigung oft nur gegen einen vorgeblichen „Feiertagsaufschlag“ oder Ähnliches in Höhe einiger Dollar durchgeführt, die direkt in die eigenen Taschen des Grenzpersonals wandern.

Highlights

Meine Reise führte entlang des Mekong-Ufers und seiner faszinierenden Mekong-Fälle im Süden des Landes. Die Flusslandschaft ist nicht nur wunderschön, sie bietet auch gute Bademöglichkeiten und wilde ufernahe Zeltplätze. Zudem ist sie als Flachland recht komfortabel mit dem Rad befahrbar.

kommend von der Höhle Tham Kong Lo
Zu meinen schönsten Sehenwürdigkeiten gehörte außerdem die 7,5 Kilometer lange Höhle Tham Kong Lo, die mit einem Boot durchfahren werden kann. Die Höhle liegt allerdings etwa 40 Kilometer abseits jeder Route und lässt sich somit nur mit einem Umweg von hin und zurück insgesamt 80 Kilometern besuchen. Da die Region sehr schön und die Höhle recht beeindruckend ist, lohnt sich dieser Umweg jedoch. Wer die Rückfahrt von der Höhle in den frühen Morgenstunden antritt, erlebt bedingt durch die südwestlich der Straße gelegenen Karstgebirgsformationen bei guten Wetter gleich mehrere wunderschöne Sonnenaufgänge hintereinander.

Unweit der kambodschanischen Grenze, liegt die entspannte touristische Insel Don Det, auf der man sich wunderbar ein paar Tage Pause gönnen kann. Sie ist nur mit einem der kleinen Holzboote erreichbar. Fahrräder können allerdings auf den Booten mitgenommen werden.

Straßen und Verkehr

Straße in Laos
Auf den Straßen Laos' gilt Rechtsverkehr. Einen großen Anteil des Verkehrs bilden Motorroller. Außerhalb größerer Städte ist selbst auf den Hauptstraßen kaum Verkehr vorzufinden.

Die Landstraßen sind normalerweise asphaltiert, häufig allerdings mit Asphaltschäden an den Rändern versehen, die das Fahrrad gelegentlich überraschend ins Schlittern bringen können. Seitenstraßen sind oft nicht asphaltiert und je nach Jahreszeit staubig oder schlammig und in der Regenzeit von Mai bis November teilweise nicht passierbar. Das Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten warnt vor einem hohen Unfallrisiko durch „unvorhersehbare Fahrweise, überhöhte Geschwindigkeit, Missachtung der Verkehrsregeln usw.“. Nach Einbruch der Dunkelheit würde sich das Unfallrisiko zusätzlich erhöhen. Von nächtlichen Überlandreisen wird abgeraten.

Sowohl im abgasbelasteten städtischen Verkehr, als auch auf staubigen Pisten, kann das Tragen eines Atemschutzes angenehm sein.

Am Straßenrand findet man gelegentlich Kilometersteine, die die Entfernungen zu den nächsten bedeutenden Orten und Städten anzeigen.

Betrug mit Mieträdern

Wer das Land nicht mit dem eigenen Fahrrad bereist, sondern sich vor Ort ein Fahrrad für eine Tour mieten möchte, sollte die folgende Warnung des Auwärtigen Amts beachten (abgerufen am 21. Oktober 2019):

„Gemietete Motor- und Fahrräder werden vermehrt und zuletzt teilweise auch unter Gewaltanwendung gestohlen und dann vom Mieter die Bezahlung eines neuen Motor- oder Fahrrads gefordert, wenn dies Teil des Mietvertrags ist. In einigen Fällen arbeiten Vermieter und Diebe zusammen, sog. Scooter Scams.“

Unterkünfte

Zeltplatz
Geeignete und versteckte Zeltplätze lassen sich recht einfach finden.

Grob geschätzt alle 50 bis 100 Kilometer sind streckenweise sehr einfache und preiswerte Motel-Anlagen mit ebenerdigen Zimmern an den Hauptstraßen zu finden.

Übernachtungsanfragen in Tempeln, werden im Gegensatz zu manchen anderen buddhistisch geprägten Ländern oft abgelehnt. Insbesondere Frauen ist es normalerweise nicht erlaubt im Tempeln zu schlafen. Wer dennoch für die Nacht in einen Tempel eingeladen wird, muss sich auf nächtliche Trommelschläge und Gebete einstellen (Quelle). Ohrstöpsel können daher nicht schaden.

Die Tage sind ganzjährig verhältnismäßig kurz. Um den Tag optimal zum Fahren nutzen zu können, empfiehlt es sich früh aufzustehen. Spätestens gegen 17 Uhr sollte man einen Platz für das Nachtlager gefunden haben, um vor Einbruch der Dunkelheit noch ausreichend Zeit zu haben um das Zelt aufbauen und zu Abend zu essen.

Hygiene

Auf öffentlichen Toiletten sind meist nur ein Wasserkübel und eine Schöpfkelle zu finden. Wer nicht auf Toilettenpapier verzichten möchte, muss dieses selber mitführen. Da zur Reinigung der Genitalien üblicherweise die linke Hand verwendet wird, gilt diese als unrein und wird nicht für den Handschlag bei der Begrüßung gereicht. Außerdem sollte man eigene Seife dabei haben, weil in öffentlichen Toiletten häufig keine Seife anzufinden ist.

Tiere

Büffel ziehen über die Straße.
Auf der Straße begegnen einem häufig wandernde Wasserbüffel. Die wuchtigen Tiere sind jedoch normalerweise friedlich und können langsam und vorsichtig überholt werden. Etwas mehr Achtsamkeit sollte gegenüber Schlangen und aufdringlicher Affen geboten sein.

Mückenspray sollte in jedem Fall im Gepäck dabei sein, weil die Moskitos in den Abendstunden recht aufdringlich werden und gefährliche Krankheiten übertragen können.

Kleidung

Auch wenn vor allem hohe Temperaturen das Klima in Laos prägen, sollte man in jedem Fall Kleidung mit langen Ärmeln und Beinen dabei haben, denn diese schützen nicht nur vor der intensiven Sonneneinstrahlung, der die Gliedmaßen andernfalls den ganzen Tag lang ausgesetzt sind, sondern auch abends vor lästigen und krankheitsübertragenden Mückenstichen.

Lebensmittelversorgung

einfache Einkaufsmöglichkeit am Straßenrand
Lebensmittelgeschäfte sind nicht häufig zu finden und neben dem Grundnahrungsmittel Reis ist oft nur ein begrenztes Sortiment vorhanden. Gelegentlich bietet es sich an, bei einem der sehr preiswerten Straßenimbisse zu essen.

Auf den Märkten gibt es häufig gekochte Eier zu kaufen. Oftmals handelt es sich dabei um Balut. In diesen Eiern befindet sich ein gebrütetes Küken, das im Ei gekocht wurde und vollständig verspeist wird. Fehlende laotische Sprachkenntnisse machen es meist unmöglich bei den Händerinnen und Händlern zu erfragen, ob es sich bei deren Angebot um Balut handelt, aber mit einem etwas geschulten Auge lassen sich Balut mit der Zeit von ungebrüteten gekochten Eiern auseinander halten. Beide unterscheiden sich minimal in Farbe und Struktur voneinander.

Leitungswasser ist nicht als Trinkwasser geeignet, aber in fast jedem Laden lässt sich abgefülltes Trinkwasser kaufen. Wer sicher gehen möchte, führt einen Wasserfilter oder Mikropur zur Wasseraufbereitung mit.

Am Straßenrand, auch an Fernstraßen, gibt es häufig unglaublich preiswerte Wassermelonen zu kaufen. Sie geben selbst warm eine gute Erfrischung ab.

Menschen

Winkende Kinder trifft man ständig.
Die Menschen sind Radreisenden gegenüber außerordentlich kontaktfreudig. Von den Kindern wird man oft bereits aus der Ferne entdeckt. Sie kommen dann winkend und laut „sabaidi!“ („hallo!“) rufend zur Straße gerannt oder winken einem direkt aus ihren Pfahlhäusern entgegen.

Mit Englisch lässt es sich in den Städten einigermaßen verständigen, auf dem Land ist dies dagegen eher selten der Fall.

Weitere Informationen

Allgemeine Reiseinformationen für Laos gibt es bei Wikivoyage und beim Auswärtigen Amt.

Sollten dir darüber hinaus interessante Tipps und Hinweise für Radreisen durch Laos einfallen, würde ich mich freuen, wenn du sie hier in den Kommentaren oder im Radreise-Wiki und bei Wikivoyage ergänzt.

Siehe auch

Radreisetipps für weitere Länder

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