Von Weißrussland nach Warschau - letzte Etappe der Nordosteuropa-Radtour

tolle Radwege in Polen
Wir wollen es unbedingt an diesem Tag noch über die belarussisch-polnische Grenze in die EU schaffen. Unter anderem auch deshalb, weil wir uns nach fünf Tagen Aufenthalt in Belarus hätten polizeilich registrieren lassen müssen, aber aus Zeitgründen davon absahen und uns nun den sechsten Tag im Land befinden.

durch Polen
Allerdings regnet es teils stark und wir kommen nachmittags nur mäßig voran. Dennoch erreichen wir am Abend die Grenze und bekommen zum Glück keine Probleme wegen fehlender Registrierung.

letzter Abend mit Zeltplatz
Eingereist in Polen, schlagen wir die Zelte am Straßenrand im verwachsenen nassen Gras auf. Alles ist nass. Zu essen gibt es Tütensuppe von der Tankstelle, weil es seit vielen Kilometern keine andere Einkaufsmöglichkeit mehr gab.

Am darauffolgenden Tag ist Mariä Himmelfahrt und da haben in Polen nur Kirchen und Tankstellen geöffnet. Deshalb gibt es abends nochmal Tütensuppe vom der Tankstelle.

Über teils perfekte Radwege, fahren wir dann mit knapp 140 Kilometern die längste Tagesetappe dieser Tour und erreichen am Abend Warschau, das Ziel unserer Nordosteuropa-Radreise. Von den Wegen bin ich wirklich positiv überrascht, da ich aus Westpolen vor allem Schnellstraßen ohne Seitenstreifen und sandige Waldwege gewohnt bin.

Zunächst geht es zum Bahnhof, da Fahrradreservierungen auch heutzutage noch immer nur am Schalter möglich sind Dort müssen wir mit viel Geduld unsere Rückfahrt nach Berlin buchen.

Natürlich bleibt noch ein Tag Zeit für eine Tour durch die Altstadt und den Ortsteil Praga. Während die Altstadt gar nicht wirklich alt ist, sondern kurz nach dem zweiten Weltkrieg komplett neu aufgebaut wurde, erinnert mich Praga, mit seinen tatsächlich alten Hausfassaden und Hinterhöfen, ein wenig an Ost-Berlin zur Wendezeit.


Praga (oben) vs. Altstadt (unten)

Abschluss der Nordosteuropa-Radtour

In Warschau angekommen
In 24 Tagen, inklusive An- und Abreise, kamen wir auf einer Strecke von etwa 2000 Kilometer durch sechs Länder und konnten sechs Hauptstädte besuchen - übrigens gänzlich ohne Platten. (Finnland und Helsinki, Estland und Tallinn, Lettland und Riga, Litauen und Vilnius, Belarus und Minsk, Polen und Warschau).

Der Abenteuerfaktor war zwar teilweise vergleichbar mit einer Radtour durch Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, aber unter anderem zusätzliche Highlights, wie ein 150 Meter hoher Bungee-Sprung über dem Meer von Helsinki oder eine Ballonfahrt über Vilnius, gestalteten diese Tour besonders abwechselungs- und ereignisreich. Wir konnten die drei Wochen also ordentlich voll packen mit sowohl Programm als auch Kilometern.

Hier die vollständige Streckenufzeichnung.


Kommentare

  1. Ihr macht auch immer echt großartige Touren.Wir waren letzte Woche an unserem Hotel Kastelruth Seiser Alm mit dem Bike unterwegs, war auch ganz toll.Klasse Bilder und unglaubliche Touren.Respekt.

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    1. Hallo Fritz, danke für dein Feedback. Das freut mich zu hören und viel Spaß euch bei zukünftigen Touren!

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